The International Nothing

Kai Fagaschinski | clarinet & composition

Michael Thieke | clarinet & composition

about:

The International Nothing is a Berlin-based psycho-acoustic clarinet duo formed by Michael Thieke and Kai Fagaschinski in 2000. They collectively compose multilayered sound sculptures using multiphonics, beat frequencies and difference tones as an integral part of their language. Both musicians might be known as improvisers but in this project they develop and perform exclusively their own compositions crafted with an extreme care for detail and precision. The duo’s works have been released on several albums by the Japanese Ftarri Label.

 

On the latest release Just None of Those Things the two clarinets continue to gel into one multilayered entity. And while you might recognize their collective voice, they certainly reached down way further into the abyss of weirdness. Ambiguously this one might count as their yet rawest and most refined work exploring their most futuristic and primordial sonic territories.

 
The International Nothing toured all over Europe, North and South America and East Asia, including festival appearances like Donaueschinger Musiktage (2007), Konfrontationen (Nickelsdorf 2008 & 2019), Experimental Intermedia (New York 2009), Maerzmusik (Berlin 2009), Serralves em Festa (Porto 2010), Internationale Ferienkurse für Neue Musik (Darmstadt 2012), Météo (Mulhouse 2012), Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville (2015), Music Unlimited (Wels 2015), Ftarri Festival (Tokyo 2015 & 2019), Novas Frequencias (Rio de Janeiro 2018), Elevate! (Graz 2020), Seanaps (Leipzig 2020), Meakusma (Eupen 2022), and WienModern (2022).

video:

Video by Carlos Bustamante

The International Nothing plays In Doubt We Trust  / 2021

film:

In Trout We Dust

Ein Film über das Internationale Nichts 

von Dieter Kovacic

2019

Tief einatmen. Dann geht es los. Immer wieder. Differenz und Wiederholung. Dieser, einer Werkreihe des österreichischen Komponisten Bernhard Lang entliehene, erste Zwischentitel des Filmes In Trout We Dust führt uns zu einem wesentlichen Thema des Duos The International Nothing und einer ganzen Musikszene, welche hier porträtiert wird.


Wie es in der Geschichte der beiden Klarinettisten Kai Fagaschinski und Michael Thieke darum geht, die Balance zwischen einem „Gruppensound“ und Weiterentwicklung zu finden – also „zwischen Motörhead (Wiederholung) und Iron Maiden (Differenz)“, wie Fagaschinski es erklärt –, so führen uns auch die Bilder, die zunächst länger in Bühnenräumen verharren, später hinaus in die Weite der Vorzimmer, Küchen, Bars und Straßen.


Die wesentliche Sache des Duos ist aber das fokussierte Arbeiten am Material. Das zunächst einmal horizontale Erkunden der (Zusammen-)Klänge, welches später einer kleinteiligen Anordnung zu einem vertikalen Ganzen weicht. Akribisch und in mikroskopischen Abschnitten wird hier nach Neuem geforscht, ohne dass das Neue zum Selbstzweck oder zum Heiligtum verkommt.


Ganz im Gegenteil. Mit Humor auf der Bühne sowie in der erarbeiteten Musik selbst begegnet man dem Verdacht im Elfenbeinturm zu sitzen. Man balanciert (auch hier) das Bild des „seriösen Künstlers“ mit dem der Lebenslust aus und steht, obwohl der Rock hier nicht ins „rollen“ kommt, ganz und gar im Widerspruch zum berühmten Satz des (ehemaligen) österreichischen Heimatpolitikers Andreas Khol: „Wer das Klarinetten spielen lernt, wird nicht drogensüchtig.“


So kleinteilig wie die Musik will der 34minütige Film nicht arbeiten. Er gibt uns in kurzen Kapiteln einen ersten Eindruck vom Leben des Typus „Homo musicus experimentalis“, stellt uns einige VeranstalterInnen vor, lässt sich das Duo kurz zu einem Quartett erweitern, um auch Außenansichten zu geben, und schließt mit dem Versuch einer Erklärung des Ausbalancierens von Freiheit der Kunst und ökonomischer Realität derselben.


Höchste Zeit, dass – nachdem mit dem Film (Untitled) 2009 das Thema Avantgarde-Musik in Hollywood angekommen ist – jemand auch dokumentiert, wie sich dieses Dasein wirklich anfühlt. 

(Christof Kurzmann)

cover:

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