The International Nothing
Kai Fagaschinski | clarinet & composition
Michael Thieke | clarinet & composition
about:
The International Nothing is a Berlin-based psycho-acoustic clarinet duo formed by Michael Thieke and Kai Fagaschinski in 2000. They collectively compose multilayered sound sculptures using multiphonics, beat frequencies and difference tones as an integral part of their language. Both musicians might be known as improvisers but in this project they develop and perform exclusively their own compositions crafted with an extreme care for detail and precision. The duo’s works have been released on several albums by the Japanese Ftarri Label.
On the latest release Just None of Those Things the two clarinets continue to gel into one multilayered entity. And while you might recognize their collective voice, they certainly reached down way further into the abyss of weirdness. Ambiguously this one might count as their yet rawest and most refined work exploring their most futuristic and primordial sonic territories.
video:
Video by Carlos Bustamante
The International Nothing plays In Doubt We Trust / 2021
releases:
The International Nothing | Just None of Those Things | Ftarri (Japan) | | 2022 | LP/CD
The International Nothing | In Doubt We Trust | Ftarri (Japan) | LP/CD
The International Nothing (…and Something) | The Power Of Negative Thinking | monotype (PL) | 2016 | LP/CD
as guest on: Seamus Cater | The Three Things You Can Hear | 2016 | Annihaya Records (RL), CD // Nearly Not There Records (NL) LP
The International Nothing | The Dark Side of Success | ftarri (JAP) | 2014 | LP/CD
The International Nothing | Less Action, Less Excitement, Less Everything | ftarri (JAP) | 2010 | LP/CD
The International Nothing | Mainstream | ftarri (JAP) | | 2006 | CD
film:
In Trout We Dust
Ein Film über das Internationale Nichts
von Dieter Kovacic
2019
Tief einatmen. Dann geht es los. Immer wieder. Differenz und Wiederholung. Dieser, einer Werkreihe des österreichischen Komponisten Bernhard Lang entliehene, erste Zwischentitel des Filmes In Trout We Dust führt uns zu einem wesentlichen Thema des Duos The International Nothing und einer ganzen Musikszene, welche hier porträtiert wird.
Wie es in der Geschichte der beiden Klarinettisten Kai Fagaschinski und Michael Thieke darum geht, die Balance zwischen einem „Gruppensound“ und Weiterentwicklung zu finden – also „zwischen Motörhead (Wiederholung) und Iron Maiden (Differenz)“, wie Fagaschinski es erklärt –, so führen uns auch die Bilder, die zunächst länger in Bühnenräumen verharren, später hinaus in die Weite der Vorzimmer, Küchen, Bars und Straßen.
Die wesentliche Sache des Duos ist aber das fokussierte Arbeiten am Material. Das zunächst einmal horizontale Erkunden der (Zusammen-)Klänge, welches später einer kleinteiligen Anordnung zu einem vertikalen Ganzen weicht. Akribisch und in mikroskopischen Abschnitten wird hier nach Neuem geforscht, ohne dass das Neue zum Selbstzweck oder zum Heiligtum verkommt.
Ganz im Gegenteil. Mit Humor auf der Bühne sowie in der erarbeiteten Musik selbst begegnet man dem Verdacht im Elfenbeinturm zu sitzen. Man balanciert (auch hier) das Bild des „seriösen Künstlers“ mit dem der Lebenslust aus und steht, obwohl der Rock hier nicht ins „rollen“ kommt, ganz und gar im Widerspruch zum berühmten Satz des (ehemaligen) österreichischen Heimatpolitikers Andreas Khol: „Wer das Klarinetten spielen lernt, wird nicht drogensüchtig.“
So kleinteilig wie die Musik will der 34minütige Film nicht arbeiten. Er gibt uns in kurzen Kapiteln einen ersten Eindruck vom Leben des Typus „Homo musicus experimentalis“, stellt uns einige VeranstalterInnen vor, lässt sich das Duo kurz zu einem Quartett erweitern, um auch Außenansichten zu geben, und schließt mit dem Versuch einer Erklärung des Ausbalancierens von Freiheit der Kunst und ökonomischer Realität derselben.
Höchste Zeit, dass – nachdem mit dem Film (Untitled) 2009 das Thema Avantgarde-Musik in Hollywood angekommen ist – jemand auch dokumentiert, wie sich dieses Dasein wirklich anfühlt.
(Christof Kurzmann)
cover:
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